Ich erlebe aktuell in Organisationen einen spannenden Prozess: Copilot* bzw. KI wird eingeführt – und beginnt langsam Teil des Arbeitsalltags zu werden. Dank Nutzungsrichtlinien werden die Nutzungsgebote bekanntgegeben und manifestiert. Ein Onboarding findet im Idealfall noch statt. Mitarbeitende probieren in der Folge aus, erste Routinen entstehen und es wird darüber gesprochen, was Einzelne herausgefunden haben. Zugegeben, sehr salopp formuliert, dennoch sticht heraus, dass die Einzelleistungen zum Lichtblick werden. So bin ich in einem TOJ gefragt worden, warum Teams (was keine KI ist, aber den Umgang der Organisation mit dem sich-selbst-überlassen spiegelt) nicht mehr funktioniert. Die Lösung war eine neue Anmeldung, wusste der Kollege aber nicht.
Insgesamt sind dies alles Aspekte von Kultur, denn Kultur zeigt sich im Handeln. Es ist das, was Menschen tatsächlich jeden Tag tun. KI findet ihren Weg in die Organisation – Schritt für Schritt, durch Nutzung. Kultur ist aber auch das, was gerade noch toleriert wird. Ist der Toleranzgrad wirklich so hoch angesiedelt, dass die Menschen in der Organisation eher alleine bleiben mit ihrer Erkenntnisschöpfung?
Daraus entsteht eine berechtigte Frage: Kann KI einfach Teil der Kultur werden? Die ehrliche Antwort ist: Ja – aber nicht ausreichend. Insbesondere dann, wenn zwar Ziele mit der KI verbunden werden, es nur keiner weiß. Denn was ohne Führung entsteht, ist:
- individuelles Verhalten statt gemeinsamer Richtung
- viele gute Ansätze – aber wenig Verbindung
- Aktivität – aber keine klare Wirkung
Deshalb arbeite ich gerade an einem klaren Ansatz:
Ein klarer Führungsprozess in drei Schritten
1. CHANGE
Warum müssen wir überhaupt handeln?
- Wo entstehen heute Risiken?
- Wo verlieren wir Zeit?
- Was passiert, wenn wir nichts tun?
2. GOVERNANCE
Wie steuern wir das Thema?
- Welche Ziele verfolgen wir konkret?
- Wie messen wir Wirkung?
- Wer übernimmt Verantwortung?
3. TOOL-EINFÜHRUNG
Wie setzen wir das im Alltag um?
- Welche Aufgaben entstehen?
- Wie wird Fortschritt sichtbar?
- Wie wird Führung konkret wirksam?
Erst in dieser Reihenfolge entsteht echte Wirkung. Was mich besonders beschäftigt ist, warum dies ei8gentlich klaren Aspekte so sträflich „geführt“ werden. Ich bin überzeugt davon, Organisationen, die KI führen, einen erheblichen Vorsprung mit Blick auf Ertrag und Wettbewerbsfähigkeit haben. Beispielhaft sei hier Reaktionsgeschwindigkeit genannt, in der Bearbeitung von Kundenanfragen, in der automatisierten Beantwortung oder ganz einfach im Zeitgewinn für den SachbearbeiterIn. Die Absicht muss doch sein, zu gestalten anstatt zu beschäftigen.
Mich interessiert Deine Perspektive:
Wo stehen Sie aktuell – eher im „Experiment“ oder schon in der Steuerung?